Wer hat Angst vor Google Street View?


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Street_ViewGoogle Street View heißt das neue Schreckgespenst aller Hausbesitzer. Was bildet sich Google eigentlich ein? Das es einfach durch die Strassen fahren darf, um Dinge zu fotografieren, die jeder Andere auch fotografieren darf?!

Um das auch noch ins Internet"z" zu stellen? Wo kommen wir denn da hin?

Die Hysterie kennt in Deutschland mal wieder keine Grenzen. Was in meinen Augen auch stark damit zusammen hängt, dass die meisten Leute, die sich darüber aufregen, sich mit der Materie so gut wie garnicht befasst haben. Aber wollen wir dem ahnungslosen Bürger zunächst kein Unrecht tun. Wir sollten alle Verständnis dafür aufbringen, dass ein Foto im Internet natürlich Konsequenzen hat. Die Versicherung könnte die Prämien erhöhen, weil der Zaun doch nicht den Vorschriften entspricht. Einbrecher können mein Grundstück ausspionieren oder noch schlimmer, Fremde könnten sehen, dass an dieser GPS-Position ein Haus steht.Wenn wir das jetzt zulassen, dann werden womöglich irgendwann mal unsere Namen, unsere Telefonnummern und unsere Adressen in irgendein Buch gedruckt, was dann jeder kostenlos nach Hause geschickt bekommt?

Allerdings mutet es schon etwas grotesk an, wenn die besagten Beschwerdeführer, sich von Ihrer Lokalzeitung, vor Ihren allerheiligsten vier Wänden ablichten lassen. Sogar mit Namen unter dem Foto. (Quelle: fiene & kommentar: google-street-view-kritiker brauchen gar kein street view)

Wollen wir diese Menschen jedoch nicht vorverurteilen. Sowas, wie das Internet, gab es ja früher nicht. Da ist eine konsequente Skepsis durchaus angebracht.

Falls sich solch ein ahnungsloser Bürger hierher verirrt haben sollte, erstmal ein HERZLICHES WILLKOMMEN im Internet! Keine Angst, wir beissen nicht. Damit Sie, als ahnungsloser Bürger, erfahren was Google Street View eigentlich ist, hier ein kleiner Videobeitrag .

Soweit, so gut. Ein mich dann doch sehr überraschender Vorwurf war der Hinweis, dass Google ja mit fremden Eigentum, gemeint ist die öffentliche Strassenlandschaft, Geld erwirtschaften würde. Google würde ja Millionen daran verdienen und davon muss es gefälligst etwas abgeben.

Nachdem sich meine Kopfschmerzen vom vielen Kopfschütteln wieder verflogen hatten, sollte an dieser Stelle zunächst mal darüber aufgeklärt werden, dass seitens Google diese Daten komplett kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Außerdem kostet Google die Erfassung dieser Daten Millionen. Jeder normale Betriebswirt würde anhand dieser Rechnung die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Wie kann man denn Millionen freiwillig in den Sand setzen? Da muss ein geheimer Plan dahinter stecken. Umsonst macht das Google sicher nicht.

Doch! Google macht das zwar nicht umsonst, aber kostenlos. Und die einzigen, die davon wirklich profitieren, sind die Geschäftsleute, deren Läden nun einfach gefunden werden, die dadurch mehr Kundschaft erhalten, weil Sie Ihre Aussenfassade oder Ihre Terrasse einladend gestalten und die Städte und Gemeinden, die mit Ihren Tourismusangeboten direkt auf Google Street View überzeugen können. So muss man sich nicht mehr auf den Urlaubsprospekt verlassen, wo von einem kleinen Fussmarsch zum Strand die Rede ist. Einfach mit Google Street View selbst abfahren und sich dann doch für ein anderes Hotel entscheiden. Rollstuhlgerechte Restaurants und U-Bahnhöfe sind ab nun kein Geheimnis mehr. Shi*!

Bei aller Hysterie, die bei der Datensammelwut von Google durchaus angebracht sein kann, sollte Google Street View nicht als das Paradebeispiel für eine Kommerzialisierung fremder Daten herhalten. Denn das ist es schlichtweg nicht. Vielmehr wird hier eine Dienstleistung präsentiert, die Ihresgleichen sucht. Da GoogleMaps direkt mit Google Street View verknüpft ist, kann das Handy mich mit den Bildern der Strasse zu meinem Ziel navigieren. Würde ein normales Navigationsgerät von TomTom dieses Feature aufweisen, es wäre der Verkaufsschlager des Sommers. Aber Google, also das "böse" Google, das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen.

Wahrscheinlich wird die Aufklärung sehr lange brauchen, bis das Thema Privatsphäre wieder so behandelt wird, wie es ihr gebürt. Mit Respekt und mit gegenseitiger Toleranz, die zugegebenermaßen in diesem Artikel auch recht rar gesäht ist. Aber in der Phase befinden wir uns ja auch nicht .. und ich werde einen Teufel tun, hier irgendjemand sein Recht zu geben, was ihm auch noch zusteht. Wo kommen wir denn da hin?

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